Männercafé Bregenz muss schließen - Presse-Statement des DMÖ

Gerade in Zeiten zunehmender psychischer Belastungen und gesellschaftlicher Unsicherheiten sind solche Orte wichtige präventive Anlaufstellen. Das Männercafé hat mit sehr vielen Kontakten in kurzer Zeit deutlich gemacht, dass der Bedarf real ist.

Aus Sicht des DMÖ wirft die Schließung grundsätzliche Fragen nach der Priorität von Präventionsarbeit auf. Wenn geschlechterreflektierte Arbeit mit Buben*, Burschen* und Männer* als Teil der psychosozialen Grundversorgung verstanden wird, dürfen entsprechende Angebote nicht von kurzfristigen Förderentscheidungen abhängig sein.

Die Entwicklung in Bregenz ist daher mehr als ein lokales Ereignis. Sie zeigt, wie fragil zentrale Angebote der Männerarbeit in Österreich sind. Der DMÖ fordert eine nachhaltige politische und finanzielle Absicherung geschlechtersensibler Präventionsarbeit.

Zugleich ist klar: Räume, in denen Männer Verantwortung, Care-Perspektiven und gewaltfreie Konfliktlösung reflektieren können, leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellung und zur Prävention von Gewalt. Gleichstellungsarbeit ist ohne niedrigschwellige Männerarbeit nicht denkbar.

Die Schließung des Männercafés ist deshalb ein bedauerlicher Rückschritt – und ein Signal, das auch über Vorarlberg hinaus gehört werden sollte.

Fotos
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Eingang zumMÄNNERCAFE mit rotem Teppich
Datum

DMÖ - Dachverband für Männer-, Burschen-, und Väterarbeit in Österreich

Engagierte in Allianz für Geschlechtervielfalt und soziale Gerechtigkeit.

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