DMÖ fordert Ausweitung von Gewaltarbeit mit Gefährdern nach Wegweisungen

Der Dachverband Männerarbeit Österreich sieht weiteren Handlungsbedarf bei gesetzlichen Nachbesserungen zum Opferschutz bei häuslicher Gewalt. „Leider erleben wir immer wieder Fälle, bei denen Täter, trotz bereits bestehender Maßnahmen im Opferschutz, zu Wiederholungstätern werden und damit die Opfer von der Gesellschaft im Stich gelassen werden,“ so Vorstandsvorsitzender Dr. Erich Lehner.

Schon jetzt können Täter bei häuslicher Gewalt von der Polizei aus dem Lebensbereich der Opfer weggewiesen werden. Dies ist ein wichtiges Mittel des Opferschutzes und oft alternativlos. Um langfristige Veränderungen im Verhalten des Täters (über 90% der Gefährder sind männlich) zu erreichen, müssen diese möglichst zeitnah in Beratungsgesprächen mit Experten und Expertinnen der Gewaltarbeit mit ihrer Tat konfrontiert werden. Dabei nehmen diese ExpertInnen eine wertende Haltung ein, sie verurteilen und missbilligen jegliche Gewalthandlung, bieten gleichzeitig ihre Unterstützung und Begleitung bei der Entwicklung neuer, gewaltfreier Verhaltensweisen an.

Der Dachverband Männerarbeit Österreich setzt sich daher dafür ein, dass Gefährder, zeitnah nach ihrer Wegweisung durch die Polizei aufgrund von häuslicher Gewalt, eine durch Behörden und Einrichtungen koordinierte psychosoziale Erstberatung durch Gewaltarbeitseinrichtung erhalten. Dies ist eine hilfreiche Maßnahme zur Deeskalation, und somit auch ein wichtiger Beitrag zu einem umfassenden Opferschutz.

Lehner sieht dabei die Politik am Zug: „Um die zeitnahe Erstberatung flächendeckend in ganz Österreich umsetzen zu können, benötigt es bundesweit zusätzliche Ressourcen aus der öffentlichen Hand für Gewaltberatungsstellen.“


DMÖ - der Dachverband für Männerarbeit in Österreich
Engagierte in Allianz für Geschlechtervielfalt und soziale Gerechtigkeit


 

bmask